24-Stunden-Betreuung Kosten: Beispielrechnung und Finanzierung zuhause
Viele Familien fragen sich, wie sich eine 24-Stunden-Betreuung zuhause finanzieren lässt. Tatsächlich können Pflegegeld, Steuerentlastungen, Zuschüsse der Pflegeversicherung und Renteneinkünfte einen großen Teil der Kosten abdecken. Anhand einer Beispielrechnung zeigen wir, wie sich die monatliche Belastung deutlich reduzieren kann.
Beispielrechnung: Wie sich eine 24-Stunden-Betreuung finanzieren kann
Ein stationärer Pflegeplatz kostet in Deutschland laut Statista im Jahr 2025 durchschnittlich rund 3.387 € pro Monat (ohne Zuschüsse). Auf den ersten Blick wirkt dieser Betrag hoch. Doch durch Leistungen der Pflegeversicherung, steuerliche Vorteile und eigene Einkünfte – etwa Renten – lässt sich ein großer Teil dieser Kosten abfedern.
Gerade bei Pflegegrad 3, 4 oder 5 stehen mehrere finanzielle Unterstützungen zur Verfügung, die eine Betreuung im eigenen Zuhause deutlich erschwinglicher machen können.
Einen alten Baum verpflanzt man nicht
Das bekannte Sprichwort „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ beschreibt eine wichtige Realität im Alter. Viele ältere Menschen haben über Jahrzehnte hinweg ihr Zuhause, ihre Gewohnheiten und ihr soziales Umfeld aufgebaut. Ein Umzug in eine völlig neue Umgebung kann deshalb emotional belastend sein. Auch im übertragenen Sinne gilt: Je älter und stärker verwurzelt ein Mensch in seinem Alltag ist, desto schwieriger fällt eine Veränderung. Wenn also die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind und finanzielle Zuschüsse genutzt werden können, liegt es für viele Familien nahe, eine 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause in Betracht zu ziehen. Denn die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben.
Finanzierungsbausteine für die Betreuung zuhause
Für die Finanzierung einer 24-Stunden-Betreuung stehen mehrere Unterstützungen zur Verfügung.
Der wichtigste Baustein ist das Pflegegeld, das je nach Pflegegrad monatlich ausgezahlt wird. Bei Pflegegrad 3 bis 5 beträgt es aktuell etwa:
573 € bei Pflegegrad 3
765 € bei Pflegegrad 4
901 € bei Pflegegrad 5
Darüber hinaus können privat bezahlte Betreuungsleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden. Dadurch lassen sich bis zu 4.000 € pro Jahr über die Steuer zurückholen – das entspricht etwa 333 € pro Monat.
Zusätzlich steht pflegebedürftigen Personen der Entlastungsbetrag von 125 € monatlich zur Verfügung.
Ein weiterer wichtiger Finanzierungsbaustein ist die Kombination von Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Zusammen können diese Leistungen über 4.000 € pro Jahr betragen, was rechnerisch etwa 350 € monatliche Entlastung entspricht.
In vielen Fällen trägt außerdem die Rente der pflegebedürftigen Person einen erheblichen Anteil zur Finanzierung bei.
Kinder müssen erst dann finanziell unterstützen, wenn ihr eigenes Einkommen über 100.000 € brutto pro Jahr liegt. Für die meisten Familien spielt diese Verpflichtung daher in der Praxis keine Rolle.
Beispiel: So können sich die Kosten reduzieren
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, wie sich die Finanzierung einer 24-Stunden-Betreuung zusammensetzen kann.
Angenommen, die Betreuungskosten liegen bei 3.500 € pro Monat (Pflegegrad 4).
Durch verschiedene Leistungen können sich die Kosten reduzieren:
Pflegegeld
Steuerentlastung
Entlastungsbetrag
Leistungen aus Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Dadurch sinkt die monatliche Belastung häufig auf etwa 1.900 bis 2.000 €.
Wird zusätzlich eine Rente von etwa 1.500 bis 2.000 € eingesetzt, können sich die tatsächlichen Restkosten für die Familie oft auf wenige hundert Euro im Monat reduzieren.
Fazit
Eine 24-Stunden-Betreuung zuhause ist zwar eine Investition, aber durch Pflegeleistungen, Zuschüsse und steuerliche Vorteile häufig deutlich besser finanzierbar, als viele Familien zunächst erwarten.
Mit der richtigen Planung lassen sich mehrere Finanzierungsbausteine kombinieren, sodass ein großer Teil der Betreuungskosten gedeckt werden kann.
Wir unterstützen dich gerne dabei, alle Ansprüche optimal zu nutzen und deine persönliche Betreuungssituation transparent zu planen.

